Bobbin-Polchow, Glowe, Tankow auf Ummanz, Groß Mohrdorf bei Stralsund Festland)

(alle Ziele bis auf Tankow sind mit dem Bus erreichbar)

Fachbereiche: Natur- und Artenschutz, Tourismus

Kraniche auf der Insel Rügen

 

Es gibt eine nicht geringe Zahl innerhalb der vielen Urlauber auf Rügen, die ihren Urlaub nicht in die Bademonate im Sommer, sondern in den September oder Oktober verlegen. Grund dafür ist oft die Freude an der Beobachtung der vielen Kraniche, die um diese Zeit von ihrem Weg aus Skandinavien auf Rügen Halt machen, um sich für den weiten Flug in den warmen Süden Kraft anzufuttern. Es ist die unglaubliche Zahl von rund 40.000 der schönen großen Vögel, die sich in dieser Zeit hier aufhalten.

 

*Bitte beachten: Die am Ende des Films gezeigten YouTube-Bilder haben nichts mit der Initiative "Trips mit Grips" zu tun.


Die Ortsnamen hier oben sind Plätze, wo man mit Sicherheit im Herbst jeden Abend ein herrliches Schauspiel verfolgen kann, wenn sich die Kraniche von ihren Futterplätzen kommend zu Hunderten am Himmel sammeln und in den schönsten Formationen zu ihren nächtlichen Ruheplätzen in den seichten Bodden-Gewässern fliegen. Das geschieht bei gutem Wetter dann auch oft vor dem Hintergrund der untergehenden Sonne, was das Bild noch schöner macht - die vielen Filmbilder hier können es nur ansatzweise rüber bringen. In den flachen Gewässern im Westen Rügens übernachten die mythenumrankten Vögel dann stehend und sind so vor Fressfeinden wie dem Fuchs sicher. Auch das ist ein faszinierender Anblick, allerdings nur für Frühaufsteher, die einen Anschleichweg zu den Sammelplätzen kennen: Dort sieht man Tausende von Kranichen eng beieinander im Wasser, die sich dann langsam in Gruppen auf die Suche nach Futter auf abgeernteten oder auch frisch gesäten Äckern und Maisfeldern machen. (Von Glowe aus fährt in der Dämmerung ein Schiff zu den Ruheplätzen.) Es ist sehr schwer, Ihnen nahe zu kommen, da die scheuen Vögel eine hohe Fluchttoleranz haben. Trotzdem gelingt es hier im Film, vorher nicht sichtbare Kraniche per Kamerazoom heranzuholen.

 

Es ist aber an einem Ort ohne Schwierigkeiten möglich, die Vögel aus sonst nicht möglicher Nähe zu beobachten. Das ist das Kranich-Zentrum in Großmohrdorf auf dem Festland, ca. 15 km nordwestlich von Stralsund. Dort werden Kraniche angefüttert, das heißt die Vögel bekommen hier täglich ihre Ration und kommen deshalb wieder. Somit ist es von einem Beobachtungsplatz plus sichtgeschütztem Häuschen mit Schauluken sehr einfach, den Vögeln nahe zu sein. (Einen großen Beobachtungsstand gibt es übrigens auch in Tankow auf Ummanz.) Die Vögel werden aber in erster Linie nicht für die Beobachter gefüttert, sondern man will damit auch die Saat auf den Feldern schützen, was den Landwirten oft Verluste bringt. -- Das Kranich-Infozentrum im Ort Großmohrdorf selbst ist danach ein Muss, um alles über den Vogel des Glücks zu erfahren. In diesem Fall war auch Glück mit im Spiel, als bei dem Besuch gerade eine größere Kindergruppe anwesend war, die vom Kranich-Ranger (gibt es!) eine Menge erklärt bekamen (die Kamera hört ein Bisschen mit) und sich dann auch noch einen Film ansehen durften.



LESEN: Kurz vor Ende des Films wird der orangefarbene Buchtitel „Kranichbegegnungen, Kranichwelten“ eingeblendet, wo viele schöne Bilder gerade von Rügen gezeigt werden. Ganz am Ende des Films ein zweiter Band zur Auswahl: „Zauber der Kraniche“, der auch viele zusätzliche Textinformationen beinhaltet.