Güstrow

(eigener Bahnhof)

Fachbereiche: Kunst (Ernst Barlach), Architektur (Renaissance)

 

Güstrow liegt südlich von Rostock, nahe der Autobahn A 19. Einigen mag der Name nichts sagen, andere wiederum kommen gleich aus zwei Gründen gerne in die Stadt mit den schönen renovierten Bürgerhäusern im Zentrum. Wer mit dem Auto kommt, erkennt schon an der Stadtgrenze am gelben Ortsschild die Bedeutung, die Güstrow für Kunstliebhaber hat: "Barlachstadt Güstrow" steht da in großen Lettern. Den Werken und dem Leben Barlachs begegnet man in dieser Stadt immer wieder; hier im Film sind drei der wichtigsten Plätze gezeigt, in denen man den Künstler mit seinen Arbeiten wiederbegegnen kann. Barlachs Kunst wurde ja bekanntlich von den Nazis als "entartet" verfemt, was ihn nach längerer Zeit der Demütigung veranlasste, von Berlin in die ruhigere Provinz nach Güstrow zu fliehen, wo er dann verbittert starb. Es wäre für ihn ein Geschenk des Himmels gewesen, hätte er noch in der späteren Nachkriegszeit die wachsende große internationale Anerkennung erleben dürfen, von der heute auch Güstrow profitiert und die Arbeiten des Künstlers durch den Tourismus auch Besuchergruppen näherbringt, die noch wenig oder gar nichts von ihm gesehen haben.


*Bitte beachten: Die am Ende des Films gezeigten YouTube-Bilder haben nichts mit der Initiative "Trips mit Grips" zu tun.


Gut, dass es viele Künstler und ihre Anhänger während der NS-Diktatur schafften, wenigsten einen Teil der Kunstwerke vor der Tyrannei zu retten. Bei einer seiner bekanntesten Metall-Skulpturen mit dem Namen "Der Schwebende" ist das Barlach leider nicht gelungen. Die Nazis ließen das Werk 1937 öffentlich für Kriegszwecke einschmelzen. Nach dem Krieg war man aber in der Lage, von dieser Arbeit eine Replik herzustellen, einen sogenannten Nachguß. Dieser ist jetzt in einem Seitenraum des Güstrower Doms zu sehen, auch hier im Filmbild, zusammen mit mehreren Besuchern. Eine weitere Arbeit steht in der Marienkirche nur ein Stück vom Dom entfernt. Vorne rechts sieht man seinen "Engel der Hoffnung". - Ein "Muss" für Barlach-Anhänger ist aber die Gertruden-Kapelle, eine ehemalige Kirche auf einem aufgelassenen Friedhof, jetzt die offizielle Barlach-Gedenkstätte der Stadt. Hier findet man zahlreiche Plastiken des Künstlers, die im weiß gekalkten Raum noch mehr an Wirkung gewinnen. Wer Barlach mag, sollte wegen der Unmittelbarkeit des Ausdrucks unbedingt selbst hierher kommen. Daher sind im Filmbild nur zwei Arbeiten als Nahaufnahme gezeigt: Die "Gefesselte Hexe" und der "Zweifler". Vorn am Eingang befindet sich ein Raum mit viel Literatur über Barlach und Güstrow. Hier unten wird ein Buchvorschlag gemacht, der Stadt und Künstler - auch andere - verbindet. Viele Barlachfreunde besuchen auch sein ehemaliges Atelierhaus einige Kilometer westlich der Stadt, gleich neben der Jugendherberge und einem anderen Ausflugsziel der Stadt, dem Inselsee (ein Ausschnitt der Stadtkarte wird hier zur Orientierung eingeblendet).

 

Nicht wenige Besucher Güstrows bevorzugen auch die Kunst der Architektur und machen dem berühmten Güstrower Renaissance-Schloss einen Besuch, dem schönsten und größten Norddeutschlands. Der mächtige Bau mit seinem großen Park hat auch eine Besonderheit in der Geschichte berühmter Männer: Hier wohnte Wallenstein gleich zwei Jahre lang - und dies in seiner vorübergehenden Funktion als Herzog von Mecklenburg. Die Stadt hat noch eine ganze Reihe weiterer interessanter Bauten zu bieten. Im Bild ist einmal das Stadttheater mit dem Namen - na wie wohl? Natürlich Barlach-Theater. Und dann steht man neben einem kleinen Park mit alten Bäumen und bewundert ein anderes schönes und mit einem großen Wappen geschmücktes Haus - was sich dann "nur" als eine höhere Schule herausstellt.



LESEN: In Güstrow waren neben Wallenstein noch andere Berühmtheiten, daher diese Buchempfehlung mit dem Titel: "In Güstrow traf ich..... Von Runge bis Barlach, Goethe und Mecklenburg"