Kühlungsborn / Ostsee

(Dampfeisenbahn "Molli" mit Anschluss an DB in Bad Doberan)

Fachbereiche: Erziehung, Tourismus

 

Den großzügigen Privatbahnhof des Seebads Kühlungsborn kann man bequem auf eine romantisch-nostalgische Art erreichen. Und zwar steigt man im DB-Bahnhof in Bad Doberan in einen gemütlich ratternden alten Dampfzug, was auch beim Entschleunigen im Urlaub hilft. Obwohl er faucht, dampft und raucht, hat man dem historischen Zug einen Fast-Kosenamen gegeben, nämlich "Molli". Und der oder die fährt sogar nach Fahrplan, auch im Winter. Und er hat noch eine Zusatzfuntion als Straßenbahn, hält er doch in beiden Orten auch öfter mitten in der Stadt. Hier gibt es Filmbilder davon und natürlich auch vom Ort und den Stränden Kühlungsborns, das von sich stolz behaupten kann, dass hier die ersten Strandkörbe hergestellt wurden. Außerdem setzt der Ort auf die Radfahrer, die für sich eigene superbreite Wege haben. Der Name Kühlungsborn kommt wohl nicht von ungefähr, hat er doch ein ausgedehntes Waldgebiet mit herrlichen Buchen, das gleich am Strand beginnt, an heißen Sommertagen Kühlung bringt und von breiten schönen Wegen durchkreuzt wird. Die Kamerafahrt durch den Frühlingswald zeigt dies. In diesem Wald - gleich beim Strand - kann man noch etwas entdecken, was es zwar anderswo auch gibt, aber nicht in dieser umfangreichen, ausgeklügelten und perfekt organisierten Form: Der Kühlungsborner Kletterwald.


*Bitte beachten: Die am Ende des Films gezeigten YouTube-Bilder haben nichts mit der Initiative "Trips mit Grips" zu tun.


Nun wird sich mancher sagen, warum denn ein Kletterwald überhaupt wert ist, besondere Erwähnung zu finden, gibt es doch heutzutage in fast jedem Ort irgendeine Form von Kletterwand. Aber dies ist nicht vergleichbar, fordert doch eine Kletterwand durch ihre immer gleichen Anforderungen den Nutzer bei weitem nicht im gleichen Umfang wie die verschiedenen Strecken eines guten Kletterwaldes mit unterschiedlichen Höhen, Kletter- und Balancearten, bei denen sogar die Kleinsten schon das entwickeln können, was den erziehlichen Wert eines durchdachten Kletterwaldes ausmacht: nämlich Mut und Risikobereitschaft für das Leben zu entwickeln. Wer - zwar gut gesichert - sich in immer höhere und schwierigere Teile des Kletterwaldes wagt, wird auch später vor größeren Herausforderungen nicht zurückschrecken, frühzeitig Ängste abbauen und bei gemeinsamen Kletteraufgaben auch Teamgeist entwickeln. Nicht umsonst schicken ja manche Firmen ihre Mitarbeiter in ähnliche Einrichtungen - nur mit höheren Schwierigkeitsgraden. Wenn man wie hier im Film den begeisterten Kindern zuschaut, so könnte man es sich gut vorstellen, dies auch beim Sportunterricht in der Schule für den Aufbau von mehr Selbstvertrauen zu benützen - und dafür das Bockspringen und die Reckstangen u.a. vergessen, bei denen man sich fragt, warum diese uralten Geräte mit hohem Verletzungspotential - von vielen Kindern gehasst - überhaupt noch existieren und es hier keine neuen Einfälle gibt. So ein Kletterwald ist sinnvoll gestaltete Freizeit, die der Charakterbildung dient, was nicht am PC, Glotze oder Spielekonsole möglich ist. Er gibt den jungen Leuten den von diesen oft gesuchten motivierenden "Kick", das dazu noch in der freien Natur und jederzeit variierbar für ein neues Erlebnis.

Man sieht hier in den Filmbildern viele Mütter und Väter von unten etwas ängstlich ihren Kindern zuschauen. Manche werden sich wohl selbst nicht rauftrauen und sich die Frage stellen, warum man ihnen nicht früher auch solche Möglichkeiten gegeben hat, Selbstvertrauen und Mut aufzubauen. Das wohl auch für diesen Zweck schon im vorvergangenen Jahrhundert eingeführte Geräteturnen in der Schule erreicht ja meist das Gegenteil dadurch, dass es sehr oft Versagensängste vor den zuschauenden Mitschülern auslöst.