Büsum

(eigener Bahnhof)

Fachbereiche: Wirtschaft(Krabbenfang), Deutsch(Plattdeutsch Beispiele), Brauchtum(Neujahrs-Baden in der Nordsee bei 4 Grad)

 

Der Ortsname Büsum steht an der Nordsee immer noch für Krabbenfang. Obwohl schon weniger geworden, stehen im Büsumer Hafen immer noch eine lange Reihe von Krabbenkuttern, die regelmäßig auf See sind. Gleich daneben ist die große Krabben-Sortieranlage, die vor der Verarbeitung bzw. dem Versand den Fang nach Größe einteilt. Praktisch: Im gleichen Haus befindet sich das Fischerei-Museum und über große Fenster kann man nach unten zuschauen (auch hier mit im Film), wie die Krabben ankommen und den Weg über die Sortiermaschinen bis zum Versand verfolgen. Es ist wirklich Büsumer Krabbensuppe, die man manchmal noch im Supermarkt findet, nur haben diese oft aus Kostengründen heute oft den vielen nicht verständlichen Weg nach Nordafrika und zurück gemacht, um dort billig gepult zu werden.

 

Aber gepult (laut Duden heißt das im Norden "mit den Fingern entfernen") wird in Büsum auch noch genug. So zum Beispiel gleich neben den Kuttern, die ihren frisch auf dem Schiff gekochten Fang gleich nach dem Festmachen anbieten, das auch schon mal gepult. Wie das genau gemacht wird, zeigt uns hier im Film ein uriger Fischertyp und erklärt sein Tun auf Platt, dann freundlicherweise nochmals auf Hochdeutsch. Dabei lässt er auch die Probleme anklingen, die der Krabbenfang an den deutschen Küsten heute hat. Im Film vorgestellt ist auch ein auf alt getrimmtes Kochbuch, in dem auch die Krabbenrezepte dieser Region abgedruckt sind, so zum Beispiel der Büsumer Krabben-Pudding (!).

 

Das Plattdeutsch ist übrigens im Norden bei den jungen Leuten nicht mehr so bekannt, daher können Schüler an den Schulen hier einen freiwilligen Kurs belegen, da der Dialekt ja nicht aussterben soll. Amüsant: In Bayern versucht man, den Dialekt aus dem Unterricht (Deutsch!) rauszuhalten und im Norden holt man ihn extra in die Schule rein. Das Plattdeutsch bietet bei näherer Beschäftigung damit eine Reihe von Überraschungen. Daher ist hier unten ein humorvoller Band für Interessierte angeboten; im Film werden ein paar Kostproben davon angeboten.

 

*Bitte beachten: Die am Ende des Films evtl. gezeigten YouTube-Bilder haben nichts mit der Initiative "Trips mit Grips" zu tun.

 

Ein Großereignis, das Tausende warm angezogene Gäste alljährlich an den Büsumer Hauptstrand zieht, ist das „Neujahrsbaden", bei dem sich Hunderte Hartgesottene bei hier 4 Grad Außentemperatur in die Fluten werfen, manche aber auch nur bis zu einer gewissen Höhe in die Fluten gehen und danach - wie die Filmbilder zeigen - dampfend in einer langen Reihe schnell wieder raus laufen in Richtung warme Kabine. Herzinfarkte waren an diesem Tag nicht zu beobachten, nachdem wohl bei den meisten kein Arzt sein o.k. für den Kreislaufschock gegeben haben wird. Zur Unterscheidung: Später im Jahr - meist im April/Mai - gibt es in vielen Seebädern noch das "An baden" bei moderat niedrigen Temperatur. Damit soll dann der Beginn der Badesaison angezeigt werden (s. auch "Timmendorfer Strand", Ostsee)