Lübeck (Teil 2)

(Bahnhof im Ort)

Fachbereiche: Geschichte, Hauswirtschaft

 

Lübeck kann man guten Gewissens als die Hauptstadt des Marzipans bezeichnen. Bei einem Besuch im „Marzipan-Salon“ des größten deutschen Herstellers in Lübeck erfahren wir vom häuslichen Leiter alles über diese beliebte Köstlichkeit, ihren oft irrtümlich bezeichneten Ursprung, die Geschichte des Marzipans in Lübeck selbst und vieles mehr, was in einigen Fällen ziemlich erstaunt - zum Beispiel die Tatsache, dass früher Marzipan in Apotheken verkauft wurde. Wer weiß schon jetzt die Erklärung dafür? 

 


*Bitte beachten: Die am Ende des Films gezeigten YouTube-Bilder haben nichts mit der Initiative "Trips mit Grips" zu tun.


Gleich gegenüber dem weithin bekannten Lübecker Rathaus, das man ja im Mittelalter in vielen großen Ostseestädten zu kopieren versuchte, steht die Stein gewordene Versuchung mit dem Namen Niederegger-Marzipan. In Parterre der Verkaufsraum mit einer von jemanden aus dem Süden nie erwarteten Vielfalt von Marzipan-Produkten - die Kamera fährt zum Schluss lustvoll einige Minuten daran entlang - und dahinter und im ersten Stock das Café oder besser die Café-Kultur, für die Lübeck ja auch bekannt geworden ist, wobei die Marzipan-Torte wohl auch ein wenig geholfen hat. Im zweiten Stock liegt das Info-Zentrum namens „Marzipan-Salon“, in dem uns der Leiter des Hauses erwartet, um uns alles zu erzählen, was man über Marzipan wissen sollte. Das soll jetzt nicht schon alles verraten werden. Daher nur einiges über die Bedeutung des Marzipans für die Wirtschaft Lübecks heute und vor allem früher: Anhand einer riesigen alten Lübeck-Karte sehen wir die Standorte von Marzipan-Herstellern in Lübeck im Jahre 1808 - es waren unglaubliche 135!

 

Prunkstück des Marzipan-Salons ist eine lebensgroße Figurengruppe von berühmten Persönlichkeiten - was ja nicht gerade erwähnenswert wäre, wären sie nicht alle aus Marzipan hergestellt- allerdings zu alt zum Anknabbern. Man kann versuchen, die Berühmtheiten selbst zu erkennen, bevor diese dann im Film genannt werden. Thomas Mann ist auch dabei - wer erkennt ihn? Und wer konnte sich hier oben schon vorher erklären, warum früher Marzipan in Apotheken verkauft wurde? Nein, nicht wegen möglicher heilender Inhaltsstoffe, obwohl Mandeln ja gesund sind. Es war schlicht und einfach die Tatsache, dass Marzipan sehr nahrhaft und damit kräftigend ist und deshalb hat man sie Kranken und Genesenden zur Stärkung verschrieben. - Eine Videowand zeigt dann alles über die Herstellung von Marzipan und die Hauptanbaugebiete der Mandeln, ohne die echtes Marzipan wie hier in Lübeck ja nicht möglich wäre. Wegen der heutigen Plage der alles ersetzenden künstlichen Aromen muss man da wegen der Inhaltsstoffe schon genau hinschauen, um für seinen Körper zwischendurch auch was Gutes zu tun - da natürlich kalorienbewusst. Das schafft man nach dem Besuch im Marzipan-Salon auch mit einem ausgiebigen Spaziergang durch die herrliche Innenstadt Lübecks. 

 


LESEN: Gegen Ende der Führung durch den Salon wird ein Buch vorgestellt, in dem man alles über die Geschichte des Marzipans noch ausführlicher erfahren kann - einschließlich einiger Rezepte, um mal selbst was mit Marzipan zu probieren. Titel: „Marzipan aus Lübeck - der süße Gruß einer alten Hansestadt“.