Mölln

(eigene Bahnstation)

Fachbereiche: Mythische Geschichtsfiguren (Eulenspiegel), Literatur

 

Jeder kennt den Namen Eulenspiegel- diese lustige Figur aus dem Mittelalter in bunter Kleidung, Schnabelschuhen und einer Mütze mit langen Bommeln, die oft mit Glöckchen abgebildet sind. Sein Name soll von seiner Fähigkeit abgeleitet sein, durch sein Verhalten und humorvollen Geschichten den Leuten einen Spiegel vorzuhalten, ihnen eindrucksvoll zu zeigen, wie sie als Mensch wirklich sind mit all ihren kleinen und großen Fehlern. Aber hat es diesen Till Eulenspiegel auch wirklich gegeben? Ja, es gab ihn tatsächlich und er lebte lange Zeit und starb auch dort - in dem kleinen Ort Mölln in der reizvollen Wald- und Seenlandschaft Lauenburgs im Süden Schleswig-Holsteins. Wer Glück hat, kann ihn bei einem Besuch des Städtchens auch treffen, dies oft am Markt vor der Kirche an dem eigenen Eulenspiegel-Brunnen. Das ist dann aber der aktuelle und auch so gekleidete Eulenspiegel, der den Menschen von den Geschichten Eulenspiegels erzählt wie auch hier in diesem kleinen Film. Da berichtet Eulenspiegel, wie er kurz vor seinem Tod die Stadtväter mit einem Versprechen dazu brachte, ihm das Grab zu finanzieren. Sie sollten als Lohn dafür "steinreich" werden, versprach er Ihnen. Man zahlte also sein Grab und wurde steinreich - wie lustig das aussah, verrät Till selbst hier im Film an seinem eigenen Brunnen.

 

*Bitte beachten: Die am Ende des Films evtl. gezeigten YouTube-Bilder haben nichts mit der Initiative "Trips mit Grips" zu tun.


Eulenspiegels Grab mit großem Gedenkstein in Hoch- und Altdeutsch ist an der Außenwand der Kirche gleich über dem Brunnen zu sehen. Überhaupt wird man überall im Ort an den Namen und die Geschichten des klugen Narren erinnert, die sehr oft zum Nachdenken anregen. So gibt es eine in die Mauer eingelassene Büste von ihm, die sagt, dass er von 1300 bis 1350 lebte. Handläufe an Treppen enden mit Eulenspiegel-Gesichtern, es gibt einen Eulenspiegel-Gang, ein Schiff für Rundfahrten auf den Seen hat seinen Namen, der Sportfischerverein schmückt sein Heim mit seinem Konterfei und, und. Am wichtigsten aber ist das Eulenspiegel-Museum gleich gegenüber der Kirche. Hier findet man alles über ihn, auch sehr bildhaft die "Steinreich-Geschichte". Dazu die Bücher von vielen bekannten Autoren, die Eulenspiegel zu Geschichten animierten, so zum Beispiel Erich Kästner. Auch zahlreiche Plakate aus den verschiedensten Jahren, die zu den jährlichen Eulenspiegel-Festspielen auf dem Markt einladen, bei denen jeweils eine neue Geschichte als großes Freiluft-Theater aufgerührt wird.

 

Wer genug von der Stadt und seinem berühmten Sohn gesehen hat, wird sich gerne auf die herrlichen Wanderwege an Seen und Wald aufmachen. Oder man macht eine Radtour entlang des schiffbaren Lübeck-Elbe-Kanals, der mitten durch Mölln führt.



LESEN: Alles über die Stadt, Till Eulenspiegel und die zahlreichen auch ausländischen Autoren, die sich mit dem klugen Narren befassten, enthält ein kleines Buch "Mölln - die Stadt Till Eulenspiegels", das am Ende des Films ausführlich vorgestellt wird.