Tönning, Teil 1

(Bahnhof im Ort)

Fachbereiche: funktionale Architektur, Meereskunde, Geographie


Das Tönninger Sperrwerk an der Nordsee ist ein gigantisches Bauwerk, das nach den Flutkatastrophen in der 70er Jahren Mensch und Natur vor neuen unkontrolIierten Einbrüchen des Meeres ins Landesinnere schützt - der breite Mündungstrichter der Eider war ja früher dafür ein Eingangstor ohne Grenzen für die hoch anrollenden Fluten.

 

*Bitte beachten: Die am Ende des Films gezeigten YouTube-Bilder haben nichts mit der Initiative "Trips mit Grips" zu tun.


Wenn man von dem vielbesuchten Städtchen Tönning einige Kilometer den Fluß Eider entlang Richtung Meer fährt, sieht man schon von weitem einen riesigen Beton- und Stahlkoloss - das Tönninger Sperrwerk, das größte Küstenschutzbauwerk Europas. Endgültiger Anlass zu der Erbauung war die schlimme Sturmflut vom 16./17.Februar 1972 mit vielen Toten. „Sperrwerk“ bedeutet hier, dass bei Sturmfluten das Wasser praktisch „ausgesperrt“ wird, das heißt, nicht über die Mündung der Flüsse - hier die Eider - tief ins Landesinnere hineingedrückt werden kann und somit die Funktion der schon seit langem existierenden Deiche und Dämme praktisch von hinten außer Kraft setzt. Bei inzwischen schon über 60 Sturmfluten hat sich das Bauwerk vielfach bezahlt gemacht. Das Sperrwerk schließt praktisch die durch die Flußmündung entstehende Lücke bei den auch schon früher vorhandenen hohen Deichen, die allerdings im Zuge der Sperrwerk-Errichtung nochmals erhöht wurden.

 

Die riesige, auf beiden Seiten mit mächtigen Stahltoren versehene Konstruktion kann - wie die Filmbilder zeigen - oben begangen werden, darunter in der Mitte fließt geschützt von Sturm der Straßenverkehr von St.Peter-Ording Richtung Meldorf/Brunsbüttel. Es ist ein faszinierender und für Binnenländer fast grotesker Anblick, wenn man auf dem Sperrwerk steht und das Wasser schießt mit Wucht durch die offenen Tore nicht die Eider hinunter ins Meer, sondern die andere Richtung ins Landesinnere - es ist die ganz normale Flut, die da ihren Weg den an der Mündung extrem breiten Flußverlauf nach oben nimmt. Man kann sich da gut vorstellen, welche Massen da erst bei einer Sturmflut hineindrücken - was jetzt das Sperrwerk verhindert. - Auch bei Überschwemmungen durch extreme Regenfälle hilft das Sperrwerk, wie die kommentierten Aufnahmen aus Tönning mit seinem pittoresken kleinen Hafen gleich neben dem historischen riesigen Packhaus und dem hübschen Markt zeigen.